Feldhase
Der Feldhase (Lepus europaeus) ist ein großes Säugetier aus der Familie der Hasen (Leporidae). Er besiedelt offene und halboffene Landschaften in Europa und wurde in viele weitere Regionen der Welt eingebürgert. In Mitteleuropa ist er vor allem in Agrarlandschaften, Wiesen, Feldern, Hecken und lichten Wäldern zu finden. Trotz Rückgängen zählt er in vielen Regionen noch zu den häufigeren Hasenarten.
Highlights der Art
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Lebensraum: Offene und halboffene Landschaften, Agrarflächen, Wiesen, Steppen, Dünen, lichte Wälder; Meereshöhe bis ca. 2500 m
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Nahrung: Gräser, Kräuter, Knollen, Wurzeln, Rinde junger Bäume; Blinddarmkot zur Nährstoffaufnahme
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Besonderheit: Sehr schnelle Fluchtgeschwindigkeit bis 70 km/h, Sprungweite bis 2 m; Paarungsverhalten mit „Boxkämpfen“ zwischen Männchen und Weibchen
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Schutzstatus: Weltweit ungefährdet; regional Rückgänge durch Intensivierung der Landwirtschaft, Pestizideinsatz und Verlust von Hecken und Brachflächen; in Deutschland „gefährdet“ (Rote Liste Kategorie 3)
Verhalten & Charakter
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Überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv; während der Fortpflanzungszeit auch tagaktiv
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Einzelgänger außerhalb der Paarungszeit; Ruhe in flachen Mulden („Sassen“)
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Fortpflanzungszeit Januar bis Oktober, 3–4 Würfe pro Jahr, 1–5 Junge, Nestflüchter geboren
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Jungtiere wiegen 100–150 g, werden von der Mutter nur zweimal täglich gesäugt
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Sehr anpassungsfähig: siedelt zunehmend in Stadtnähe, wo natürliche Feinde fehlen
Warum Feldhasen faszinieren
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Symboltier für offene Landschaften und Agrarflächen
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Bekannt aus Kultur, Märchen, Fabeln und Redewendungen (z. B. Angsthase, Hasenfuß)
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Kunstgeschichte: berühmte Darstellung „Feldhase“ von Albrecht Dürer (1502)
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Beeindruckende Anpassung an unterschiedliche Lebensräume, schnelle Flucht und hohe Sprungkraft
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Paarungsverhalten mit Boxkämpfen zeigt ungewöhnliches Sozialverhalten bei Säugetieren
Mit ihrer Wendigkeit, Schnelligkeit und Anpassungsfähigkeit verkörpern Feldhasen die Dynamik und Eigenart offener mitteleuropäischer Landschaften.